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Konrad Rennert: Stammelnde Heimat II PDF Drucken E-Mail
Enter A Messenger, With Two Heads And A Hand – Stammelnde Heimat II (2007)

Handgeschriebenes, übermaltes Notenmaterial; Wienerlied-, Operettentexte, dem Altpapier entrissen, so aussagekräftig und entlarvend wie eine Regierungserklärung oder ein Bündel Ausländerintegrationstestfragen: vielleicht einer der entlarvendsten Hinweise auf die Beschaffenheit unserer komatösen Gesellschaft.
Die entlarvende Nähe der platten Scheinphilosophie des Wiener way of life-Mythos, festgeschrieben im schwammigen Kanon unserer heiligen Wienerliedtradition, zur scheinbar unentrinnbaren, dumpfen Apodixis des Kleinkinderliedes (so wie zumindest wir Erwachsene es uns zusammenreimen) lösen eine assoziative Kettenreaktion aus, angesichts welcher lediglich die unserer Seele innewohnende traditionelle Wurschtigkeit den scheinbar unvermeidlichen österreichischen Volkstums-GAU in Permanenz hinauszuzögern imstande ist – bis wir entsetzt (oder – je nach dem – mit Achselzucken) feststellen müssen, dass gerade diese Kampfwurschtigkeit allen wesentlichen Topoi gegenüber selbst der größte anzunehmende Unfall und die Ursache für den delirierenden Zustand ist, in welchem sich unser Land seit Jahrzehnten befindet.
Nicht das Ziel – der Weg ist der GAU.