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Reinhard Summerer: Quintett No. 1, op. 11 PDF Drucken E-Mail

Das Quintett No. 1, op. 11 wurde im Juli 2001 für das Blechbläserensemble STYRIAN BRASS komponiert, eine weitere Fassung für Quintett und Orgel wurde 2006 aufgeführt.

Das Werk ist dreisätzig und bedient sich traditioneller Formen und serieller Kompositionstechniken.

Die Formen der einzelnen Sätze sind an den Traditionen großer Meister angelehnt:
1. Satz: Sonatenhauptsatzform
(||: Hauptsatz – Seitensatz – Schlussgruppe :|| Durchführung – Reprise – Coda)
2. Satz: Rondoform (ABACABA)
3. Satz: Sonatenhauptsatzform
(||: Hauptsatz – Seitensatz – Schlussgruppe :|| Durchführung – Reprise – Coda & Coda aus dem 1. Satz)

Die Kompositionstechnik kann als Reihentechnik bezeichnet werden.
Die zu Grunde liegende Reihe besteht aus allen chromatischen 12 Tönen und ist wie folgt aufgereiht: f – h – e – es – as – g – c – des – a – b – d – fis.

Im ersten Satz beginnen Posaune und Tuba mit dem Hauptthema (Reihe in Grundform).
Auch im Seitenthema können wir diese beiden Instrumente wieder finden, aber diesmal solistisch (Reihe in Krebsumkehrung) Die Schlussgruppe bilden Akkorde in der Technik Hauers. In der Durchführung stehen die Trompeten mit Hauptthema und Seitenthema im Vordergrund. Die Reprise ist gleich der Exposition und die Coda beinhaltet Fragmente des Beginns.

Im zweiten Satz, der in einer Rondoform steht, kann man im A-Thema die Reihe als Grundton, auf der Dur oder Mollakkorde aufgebaut sind, finden (Technik Sengstschmids).
Die Reihe wird hier in zwei Hälften, zu je sechs Tönen geteilt und darauf bilden sich die Verbindungen fm – hm – em – Es(major) – Ab(major) – Abm – Gm, usw. Im B-Teil ist die Reihe (in seiner Grundform) nur in der Tuba zu hören, die anderen Instrumente spielen lose umher. Dann wieder der A-Teil, aber differenziert instrumentiert.
Im Trio werden nun verschiedene Töne aus der Reihe um eine Sekunde transponiert, aber fungieren wiederum als Grundtöne auf deren Akkorde aufgebaut werden.
Die Reprise ABA ist gleich des ersten Teiles, aber wieder verschieden instrumentiert.

Auch im dritten Satz wird dieselbe Reihe verwendet. Schon in der Einleitung in Trompete und Posaune, als Quasi Fanfare, zu hören. Aber deutlicher im Hauptsatz, in den Trompeten, die einen Art Echo – Effekt mittels Dämpfer in der zweiten Trompete darstellen.
Im Seitensatz wird das Einleitungsthema verarbeitet, das in allen fünf Instrumente zu hören ist.
In der Durchführung wird der Echo – Effekt auf drei Instrumente erweitert und mündet in die Reprise mit einer ersten 8-taktigen Coda, die wiederum in die Coda des ersten Satzes mündet und somit einen Rahmen des Gesamtwerkes bildet.